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Donnerstag, 9. Januar 2014

Dr. Würschtl

Ich war ja gestern ganz schlimm krank. Bauchweh.
Also nicht wirklich, aber das Würschtl hat gesagt: "Mama, du bist kank. Hinlegen!" und zwar in einem Ton bei dem man einfach nicht widerspricht. Meine Bitte, dann doch einen Doktor konsultieren zu dürfen, wurde mit "Der ist arbeiten, ich bin eine Kankenschwesta!" abgebügelt.

Und wie man das aus dem echten Leben so kennt, sind "Kankenschwestan" mitunter recht resolut:
"Du musst 4 Tage im Bett bleiben!"
"4 Tage? Darf ich aufstehen?"
"Nein! Nicht aufstehen. Nur schlafen. Schlafen ist am besten."
"Darf ich was trinken?"
"Nein, nicht tinken und nix essen!"
"Wie? NIX essen?"
"Nein. Gar nix. -  Schlafen! Schlaf jetzt!! Augen zu!!! Und nicht lachen! Nicht lachen!!"

So lag ich also auf dem Kinderzimmerboden und wurde medizinisch betreut.
In irgendeiner Fortbildung für "Kankenschwestan" muss die therapeutische Wirkung von Musik Thema gewesen sein und so begann das Würschtl auf seinem "Gewiehr" (= Klavier = Xylophon) rumzuklimpern und zu singen.

"Ich singe für dich, Mama. Du schlafen!
*lieblicher Kindergesang*

"Schlaf, Kindlein schlaf.
Die Mama schüttels Schaf...

MAMA! NICHT LACHEN!!!!!!"

Dienstag, 31. Dezember 2013

Wir sind bereit

Altes Jahr zu Ende, möge das neue
schön, spannend und ereignisreich werden.

Und Schnupsi: wir warten und freuen uns auf dich!

Im Akkord wickeln können wir schon.





Dienstag, 17. Dezember 2013

Chauvi-Würschtl re-reloaded

Aufgrund familieninterner Entwicklungen beschäftigen wir uns seit geraumer Zeit mit der Frage, wer denn nun eigentlich Kinder kriegen kann ("Flauen (sic!] und Mamas" ) und wer nicht ("Männer und Papas") und was man dazu so benötigt.

Nach mehrfacher (!) Umwälzung der Thematik "Sexualkunde für U-3jährige" kam das Würschtl neulich zu folgendem Fazit:
"Männer haben einen Penis und Flauen haben eine Scheibe!"

Der Vater nickte zustimmend. Der Doofie.

Mittwoch, 13. November 2013

#WürschtlAufschrei

Ich halte meinen Mann und mich ja für ein verhältnismäßig modernes und emanzipiertes Paar. Sicherlich gibt es bestimmte Lebensbereiche, in denen die Geschlechterzuordnung recht konservativ scheint (Vaddi spielt Fußball, Muddi kauft gern Kleider und Schuhe). Aber so ganz grundsätzlich leben wir schon sehr gleichberechtigt. Mein Mann kümmert sich genauso um Haushalt und Kind, wie ich auch Abflüsse repariere und Wasserkisten trage.
Das Würschtl allerdings scheint ein echtes Kind des antifeministischen Backlashs zu sein.
Folgende Szene spielte sich neulich morgens ab.
Wir sitzen alle auf dem Sofa im Esszimmer. Würschtl kuschelt noch mit Papa und ich frage: "Na, Würschtl: Was magst du frühstücken? Ein Brot oder Müsli?"
Das Würschtl überlegt und sagt: "Müsli!"
Ich blicke für ca. 5 Sekunden verliebt auf's Kind und freu mich, dass es schon so groß und verständig ist. Dass es eigenständige Entscheidungen treffen kann. Dass es so niedlich ist, wie es da auf Papas Schoß sitzt.
5 Sekunden. Ehrlich. Keinen Moment länger.
Dann beugt sich das Würschtl vor, zieht die Augenbrauen hoch und befiehlt im genervten Ton: "Geh kochen!"
Würden wir in diesem Haus den Ausdruck "aber zack, zack!" öfter benutzen, hätte es den noch angefügt.

Hab ich sofort die Lockenwickler gerade gerückt, die Schürze umgebunden und bin *zack, zack* an den Herd.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Fernweh

"Mamaaaaa, weißt du? Ich will so gern wieder Uuuhlaub. Weißt du?! Ich will wieder Keta. "
Ich auch, Würschtl. Ich auch.



Mittwoch, 18. September 2013

Freude, schöner Götterfunke

Ich bin ganz sicher: das Würschtl liest hier mit. Einen Tag nach dem letzten Blog-Eintrag hat es komplett die Richtung gewechselt und redet von nix anderem als Babys, die es füttern/ auf dem Schoß halten/ streicheln will. Es akzeptiert weitgehend ohne Murren, dass ich es nicht mehr tragen kann und erkundigt sich interessiert, wann der Doktor das Kind denn nun endlich rausholt. (Wenn DU es wieder losschraubst, Würschtl!)
Nur das mit dem Geschlecht des Babys kann es noch nicht ganz so akzeptieren und so ist es im fröhlichen Wechsel entweder "meine Bluderling" oder "meine Schwesterling". 
Sowieso sind zur Zeit ziemlich viele Menschen "Bluderling" und "Schwesterling". Dabei spielt das biologische Geschlecht eher eine untergeordnete Rolle: kleiner Kumpel aus der Krippe = Schwesterling. Bauarbeiter, der vor der Tür die Straße aufreißt = ebenfalls Schwesterling. Metzgersfrau = na was? Klar, Bluderling. Ich, Papa und Oma = auch alles Bluderlinge. Oder Schwesterlinge. Je nachdem.
Meiner Meinung nach kann das ja eigentlich nur zwei Sachen bedeuten: entweder schlägt die humanistische Erziehung durch ("Alle Menschen werden ... ääähhhh... Bluderlinge") oder aber die Taufe im letzten Jahr zeigt ungeahnte Wirkung. :o

Mittwoch, 11. September 2013

Auf Nummer sicher gehen

Das Würschtl wird ja große Schwester. Ein Umstand, den es ab und an interessiert, meist gleichmütig und oft eher skeptisch aufnimmt.
Bei der Frage, ob es Schwester oder Bruder haben möchte, antwortet es meist sehr ehrlich "Am liebsten eine Micky Maus!"
Beim letzten Vorsorgetermin ließ es sich vom Arzt das Versprechen geben, dass er das Baby noch nicht rausholt.
Anscheinend glaubt es jedoch, dass man sich auf Erwachsene nicht verlassen kann und so kam es heute zu folgender Szene:

Das Würschtl spielt in seinem Zimmer, ich liege währenddessen dekorativ auf dem Boden und werde mit Milchkaffee (= Dose mit Knete), einem Pflaster (= Osteraufkleber) und einer Decke ( = Waschlappen, immerhin trocken) versorgt.
Dann holt das Würschtl den Spielzeugakkuschrauber und schraubt so allerhand fest. Den Stuhl, den Teppich, das Bett.
Irgendwann steht es neben mir, hält den Akkuschrauber an meinen Bauch und erklärt: "Mama, Baby nicht rauskommen. Ich festschrauben."

Na, wenn's denn hilft.

Sonntag, 28. Juli 2013

Zurück in die Vergangenheit

Das Würschtl versucht sich seit einigen Wochen in Zeitrechnung.
Das heißt, alles, was in der Vergangenheit geschah, war "gestern". Egal ob es neulich beim Kumpel zu Besuch war oder vor 5 Minuten der Papa geschimpft hat oder vor 3 Wochen im Kindergarten Geburtstag gefeiert wurde.
Alles, was zukünftig passieren wird, ist "morgart!" (Fragt nicht.) Auch hier völlig nebensächlich, ob man wirklich morgen in den Kindergarten geht oder im Februar Geburtstag hat.
So war es bisher.

Heute machte das Würschtl dann allerdings eine neue Zeitrechnung auf.

Wir sitzen am Frühstückstisch und das Würschtl findet, es müsse auf meinen Schoß und dazu quer über den Tisch klettern.
Ich: "Was wird das denn? Man klettert doch nicht über den Tisch!"
Würschtl: "Doch! Mache ich!"
Ich: "Du? Du bist noch NIE über den Tisch geklettert."
Würschtl: "Doch! Bin ich!"
Ich: "Achso, und wann soll das gewesen sein?"
Würschtl (beiläufig-besserwisserisch): "Vor 5 Jahren."

Achso, na dann: komm rüber.*




*Disclaimer: das Würschtl ist natürlich NICHT über den Tisch geklettert, sondern war von meinem Lachanfall soweit abgelenkt, dass es von seinem Unterfangen Abstand genommen hat.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Beauty of the Day

An einem Feiertag kann man es sich auch einfach mal gut gehen lassen und ein bisschen mit der besten Freundin 'wellnessen'.




Dienstag, 30. April 2013

Methodenwechsel

Wenn ich etwas in den letzten beiden Jahren verstanden habe, ist es, dass bei den Themen Kinderpflege und -erziehung der Zeitgeist eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.
Ob nun beeinflusst durch die politische und soziale Lage oder Lobbyarbeit oder dem blauen Mond im 7. Haus - das Pendel schlägt von links nach rechts und wieder zurück. 
Während man zu DDR-Zeiten mit 25 spätgebärend war, heißt es heute: "Mensch, die haben ja früh angefangen."
War Stillen in der 70/80ern (beeinflusst von Nestlé, Alete & Co.) eher verpönt, beklagen sich viele nichtstillende Mütter heute über eine gewisse Stigmatisierung durch die "Stillmafia".
Bin ich sprachlos, wenn mir Bekannte aus der Elterngeneration für mein 3 Monate altes Baby den Tipp "Lass es doch schreien und mach die Tür zu. Das stärkt die Lungen." geben, erzählt mir meine Schwiegermutter schreckensbleich, dass ihre Nachbarin ihr Neugeborenes "festzurrt und an die Wand hängt."
(Ich bin mir recht sicher, dass die Nachbarin nur puckt und das das Wandszenario dem Stilmittel "Übertreibung macht anschaulich" geschuldet ist.)

Nun frag ich mich ja, wie das so sein wird, wenn das Würschtl mal Kinder kriegen sollte. Welcher Teil der Kinderpflege erscheint ihm dann völlig 'gestrig' oder gar falsch?
Wird es mir ein genervtes "Was denn? Natürlich kann man ein 3 Wochen altes Kind ferbern?" entgegenschleudern. 

Wird es mich belehren: "Tragetücher sind Humbug. Ihr Wert für die Mutter-Kind-Bindung ist nicht bewiesen und außerdem muss sich das Kind nunmal daran gewöhnen allein zu liegen und zu schlafen."

Oder wird es mit dem Töpfchentraining beginnen, sobald das Kind sitzen kann. 
Für letzteres gibt es bereits jetzt Anzeichen, die besonders den Opa freuen dürften.




Allerdings hapert es ein bisschen in der Umsetzung.




Samstag, 27. April 2013

Lektüreempfehlung

Das Würschtl war gestern am Regal und hat uns zwei Bücher rausgelegt.




"Der Shakespeare Führer" von Ulrich Suerbaum und den Ratgeber "Eltern werden - Partner bleiben" (Geschenk!)

Was es uns damit wohl sagen will?

Freitag, 26. April 2013

Konsumgör

In den letzten Wochen hat es sich herauskristallisiert: Das Würschtl hat die Prinzipen der Marktwirtschaft schneller verstanden als seine Mutter seinerzeit.

"Mama! Bummibärchen! Haben!"
"Nein, Würschtl, die sind alle."
"Müssen kaufen."

"Mama! Leba-wuast!"
"Ooooh, ich glaub, die ist alle!"
"Kaufen!"

"Mama?! Lampe?!"
"Huch, da ist wohl die Glühbirne kaputt."
"Neu kaufen!"

Und dann gestern. Nach einem sehr, sehr anstrengenden Tag:

"Boah, Würschtl, Mama ist total kaputt."
"Müssen neu kaufen!"


Schlimmster Heuschreckenkapitalismus ist das.  :(

Mittwoch, 20. März 2013

Smalltalk

Grad bring ich das Würschtl ins Bett. Im Gegensatz zu einigen anderen Abenden ist die Stimmung friedlich, wir lesen ein Buch, singen (ja, ich darf!) und kuscheln. Das Würschtl hat die Augen schon zu, der Atem geht ruhig und regelmäßig und auch ich bin wie so oft  kurz davor mit  einzuschlafen - bis es ganz sacht in mein rechtes Ohr haucht: "Halluuu! Mama! Na? 'M geht's dir? Gut?" und als ich die Augen aufschlag, liegt es neben mir, das Würschtl: Kopf auf die rechte Hand gestützt und streicht mir mit der linken eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Musst ich doll lachen - und ein bisschen weinen vor Rührung.

Dienstag, 8. Januar 2013

Also so langsam....

... muss ich dem gestalterischen Einfluss des Würschtlvaters Einhalt gebieten:

Ich hätt ja die Guinness-Werbung genommen, aber das Würschtl steht wohl mehr auf Affen als auf Tukane.

Donnerstag, 15. November 2012

Vom Ende einer Freundschaft

Das ist Lela.


Lela war bis heute in unser Familienleben 100pro integriert.

Sie durfte mitessen.



"Auto" fahren.





 Und sogar mit in Würschtls Bett schlafen.







Heute muss sie allerdings irgendwie Mist gebaut haben.



Sonntag, 11. November 2012

Fragen über Fragen

Wisst ihr, was mir neulich aufgefallen ist: im Laufe seine Lebens muss man sich ständig blöde Fragen gefallen lassen.
Zu Anfang sowas wie: "Bist du auch schön artig gewesen im Kindergarten?". Etwas später dann: "Wie war die Schule?" Noch etwas später: "Was willst du denn mal werden?" usw. usf.
Und während sich die Fragen zu Beginn doch sehr auf das schulische bzw. berufliche Weiterkommen im Leben konzentrieren, wird es ab spätestens Mitte 20 persönlich: "Hast du nun endlich einen festen Freund?", "Wann wollt ihr denn endlich heiraten?", "Wollt ihr nicht bald mal Kinder machen?"
Auch mir ging es so und ich war tatsächlich naiv genug zu glaube, ich könnte der Fragerei durch festen Freund, Ehemann und Kind endlich ein Ende bereiten. Aber weit gefehlt. Es ist alles noch viel schlimmer geworden. Seit Lebenstag 1 vom Würschtl fragt mich irgendjemand, ob das Kind schon durchschläft. Und wenn ich sage irgendjemand, dann meine ich wirklich jeden x.beliebigen Menschen auf dieser Welt. Im Park: "Ochhhh, das ja'n Süßer (!). Schläft er schon durch?" In der Bahn: "Der (!) is ja aufgeweckt. Schläft er schon durch?" Auf dem Markt: "Ein Kilo Bananen und 2 Äpfel bitte." "Macht 3,80 €. Schläft das Kind schon durch?"
Das Würschtl hat mittlerweile schon das nächste Level erreicht und so fragt nun jeder: "Uuuuund? Isser schon trocken?" Natürlich erst nach: "Uuuuund? Schläfter schon durch?"
Getoppt wird diese Frage eigentlich nur von einem taktlosen: "Und? Wann setzt ihr das nächste an?" und zwar noch während man im Mutterschutz seinen Kaiserschnitt auskuriert.

Hier kocht der Chef


Es ist total toll, dass das Würschtl kocht, aber mir ist das alles zu verwürzt.


Donnerstag, 8. November 2012

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Harte Wahrheiten

"Würschtl, bist du müde?"
"Jaaaaa."
"Magst du ins Bett gehen?"
"Jaaaaaaaa."
"Ziehst du deinen Schlafanzug an?"
"Jaaaaaaaaaa."
"Und wollen wir dann noch ein Buch angucken?"
"Jaaaaaaaaaaaaaaa!"
"Und soll Mama dir noch ein Lied vorsingen?"
"NEIN!!!!!

Dienstag, 25. September 2012

Heiteres Wörterraten

Heute: Personennamen

Dass das Würschtl seine ganz eigene Sprache hat, hatte ich ja schon geschrieben. Mittlerweile werden wir immer besser im Erraten. Nun möchte ich auch die geneigte Leserschaft am Ratenspiel teilhaben lassen. Das Würschtl geht jetzt nämlich in den Kindergarten und die Tanten (neudeutsch: Bezugspersonen) dort heißen: "Pietziiii!" und "Koomaaa!"
Wie heißen die beiden Damen wohl richtig?
Uuuuuund los....


PS. Ich muss dem Würschtl UNBEDINGT die Wörter 'Frau' und 'Mann' beibringen. Bisher gibt es außer Mama, Papa und ein paar Eigennamen nur Mädßchen, Oma und Opa. Und so wird die Welt halt eingeteilt. Sorgt immer wieder für eine ordentlich rote Birne auf meiner Seite und Gelächter bei den Beobachtern. 
So wie heute. Als so'ne echt wahnsinnig durchgestylte Blondine supercool mit Nerdbrille und im sauteuren Hosenanzug die Fußgängerzone langstolzierte und das Würschtl hellauf begeistert "PAPA! PAPA!" rief. Ich hab total angestrengt Löcher ins gegenüberliegende Schaufenster gestarrt und konnte darin beobachten, wie ein nebenstehendes Mädel fast niedergebrochen ist vor Lachen.