Mittwoch, 21. September 2011

Ha!

Das Würschtl steht/ kniet/ sitzt auf allen Vieren. Konfetti!!!
Ist eben grad das erste Mal passiert. Das Würschtl würschtlte so rum und auf einmal ging der kleine Windelpo hoch und es stützte sich auf Knien und Händen ab. Gut, es hat dabei weitergeschlafen, aber ich hab's ganz genau gesehen.
Ich hoffe, das ist der Schritt in Richtung "sitzen". Dann kann ich nämlich ENDLICH guten Gewissens den Kinderwagen zum Buggy umbauen. Bisher liegt das Würschtl noch in der Kinderwagenwanne. Meistens sogar friedlich. Aber mindestens einmal am Tag findet es, dass das ne echt miese Aussicht ist und motzt so richtig rum. Deshalb liegt-sitzt es dann auf ein Kissen gelehnt in seinem Kinderwagen und hat dabei einen Ellenbogen auf der Umrandung wie Manni in seinem Manta GTI. Ja, ich weiß. Soll man beides nicht. Kind hinsetzen UND zum Proll erziehen. Abba wat wisste machen, ey!

Sonntag, 11. September 2011

Prost

Das Würschtl isst ja mittlerweile schon recht anständig Brei: Getreide-Milch, Getreide-Obst, Kartoffel-Gemüse, Reis-Gemüse, Gemüse-Gemüse, Gemüse-Fleisch. Die Einführung dieser verschieden Mahlzeiten war eine Schlacht, die ein eigenes Post verdient.
Was mich im Moment allerdings umtreibt: das Kind trinkt eigentlich nur noch nachts.
Das läuft für mich wohl auf Weißweinschorle am Morgen hinaus, oder?

PS. Der Vater versteht mein Problem und sagt: "Ich würde dir zuliebe, wenn ich frei habe, auch vormittags ein Bier trinken." Das nennt man dann wohl Liebe.

Dienstag, 30. August 2011

Horrorszenario

Gestern während der Tagesschau.
Auf dem Bildschirm erscheint Lasse Becker, Vorsitzender der JuLis.

Ich: "Was machen wir denn, wenn es später mal zur FDP will?"
Mann (verwirrt): "Wer?"
Ich: "Na, das Würschtl. Unser Kind."
Mann: (entsetzter, ungläubiger Seitenblick)
Ich: "Naja, aus Rebellion. In der Pubertät. Oder was weiß ich."
Mann (entrüstet): "Sag mal spinnst du jetzt komplett???"

Freitag, 26. August 2011

Welcome to ... Dessau

Unsereiner war neulich ja in Dessau. 
Bevor ich das erste Mal da war, klang Dessau für mich irgendwie .. fad. Langweilig. Dröge.
Und das isses auch ein bisschen, aber das liegt gar nicht an der Stadt. Die ist nämlich ziemlich schön. Bauhaus, Georgium, Luisium - viele deutsche Städte wären froh, hätten sie nur eine dieser Sehenswürdigkeiten. Was Dessau aber zu einem skurrilen Reiseziel macht, ist die Tatsache, dass dort schätzungsweise 30.000 Menschen zu wenig wohnen. 
Freitagnachmittag in der Flaniermeile von Dessau  sah es aus wie in der hiesigen Füßgängerzone um 7.00 Uhr Sonntagmorgen. Nee, stimmt nicht, hier ist dann mehr los. Dort rechnet man jeden Moment damit, dass eine alte Hyäne über den Platz humpelt oder dass so ein Dornbusch über die Straße weht. Im Hintergrund spielt jemand Mundharmonika, is klar.
Falls das Tourismusbüro mal'n griffigen Spruch braucht: Dessau - nur halb so groß wie der Friedhof von Chicago, aber doppelt so tot.
Wenn man ganz gutwilig ist, könnte man sagen, dass diese ausgestorbene Atmosphäre ganz hervorragend zum Bauhaus passt. Eine Stadt als Installation, sozusagen.

Was mir noch gefallen hat, war der marode Charme der hier und da durchblitzte - alte Gehwegplatten, verlassene, von Grün überwucherte Grundstücke mitten im Stadtgebiet. Das war schon ein bisschen wie eine Zeitreise in die Welt vor 1990. 
Und als wir dann noch in im Restaurant Teehäuschen (ich weiß gar nicht, was ich hier zuerst in Anführungszeichen setzen soll) essen waren, hatte ich wirklich das Gefühl, wir wären geradewegs aus dem DeLorean gestiegen: Würzfleisch, Toast Hawai, Soljanka, Strammer Max. Und ein Salatteller, der so unglaublich war, dass ich ihn fotografieren musste: 


Vollmundig angekündigt als "Gemischter Salat mit Schinken". Das im Hintergrund ist tatsächlich Käse. Eine ganze Packung Emmentaler aus dem Discounter in dicke Streifen geschnitten. Lecker.







Montag, 22. August 2011

Neulich auf dem Kinderspielplatz

Ich bin heute an einem Spielplatz vorbeigelaufen (das Würschtl kann noch nicht in die Sandkiste) und konnte beobachten, wie ein Kind sich immer an einem anderen vorbeidrängelte um zu rutschen. Das tat es nicht besonders liebevoll, aber auch ohne Gefahr für Leib und Leben.
Der Vater des weggedrängelten Kindes sah das anders und motzte das andere Kind an. Dies rief die Mutter des Dränglers auf den Plan und es ergab sich ein hitziges Wortgefecht, dass mit den schönen Worten: "Nicht in diesem Ton, du Arsch!" endete.
Schön. Hätte sich Dieter Krebs nicht besser ausdenken können.

Montag, 8. August 2011

Haus, Glas, Steine - bildet einen Satz

Ich war heute mit einer Freundin und dem Würschtl in einem Café. 
(An dieser Stelle sei kurz gesagt, dass mich das Wetter so richtig ankotzt. Ich will mit dem Kind in einen Park! Nicht ins Café! Aber darum soll es jetzt eigentlich gar nicht gehen.)
Wir waren also Kaffee trinken. Am Nebentisch saßen vier Damen und ein Hund. Wobei die Präposition im Falle des Hunde falsch gewählt ist, denn der Hund saß AUF dem Tisch. Zumindest solange die Damen ihren Kuchen aßen. Der Hund hypnotisierte die Kuchenstückchen, leckte die Lippen oder Lefzen (oder Flezen ;) ) oder wie das heißt und sabberte vor sich hin. Und tatsächlich: irgenwann war die Hypnose erfolgreich und er bekam ein Stück vom Kuchen. Direkt auf dem Tisch vom Teller, was soll das Getue.
Gut. Kann ja jeder machen wie er Bock hat. War ja weder mein Tisch noch mein Hund und schon gar nicht mein Kuchen. Aber die Anekdote merken wir uns mal für später.

Irgendwann bemerkte ich, dass die Hunderbesitzerin immer zu uns rüber schaute. Dabei machte sie ein Gesicht, dass mir von mir selbst nicht unbekannt vorkam: sie hatte  sowas entrückt-verklärtes, leicht grenzdebiles im Blick als sie das Würschtl beobachtete  und mein Verdacht bestätigte sich schnell: die Dame war schwanger. Fand ich ja ganz süß, eigentlich.

Dann allerdings bekam das Würschtl Hunger und da ich noch stille, kann sich ja jeder vorstellen, wie dem Abhilfe geschaffen wird. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich durchaus verstehe, dass es nicht jedem angenehm ist, einer wildfremden Frau auf die blanke Milchbrust zu starren, weshalb ich innerhalb der letzten 6 Monate recht behände im Umgang mit knöpfbaren Oberteilen und Halstüchern geworden bin. Auch habe ich noch nie (!) meine Stilleinlagen auf den Tisch gelegt. (Außer einmal, aber das war MEIN Küchentisch und ich hab mich selbst erschrocken.) Soll heißen: ich bin wirklich einer sehr diskrete Stillerin.
Da nun aber die werdende Mutti immer wieder zu uns rüberäugte, bekam sie wohl mit, dass das Würschtl was zu essen kriegte. 
Und ich bekam mit, dass sie es mitbekam. 
Außerdem bekam ich noch mit, wie sie sich völlig empört zu ihren Freundinnen drehte und flüster-schreiend meinte, dass DAS ja wohl gar nicht ginge. Sie fände das total eklig. Als eine ihrer Freundinnen meinte, dass wär doch nicht so schlimm, entgegnete sie: "Nee, also neee. Das geht GAR NICHT. Wenn, dann auf dem Klo. Soll die doch auf's Klo gehen!"

Und so kommen wir zum Anfang der Geschichte. 
Ich habe heute also eine Frau getroffen, deren Hund in einem Café Kuchen von ihrem Teller essen darf, die aber findet, Babys sollten aus der ...ähhh nein... in der Toilette trinken. 
Muss man nicht verstehen.

Donnerstag, 4. August 2011