Mittwoch, 13. November 2013

#WürschtlAufschrei

Ich halte meinen Mann und mich ja für ein verhältnismäßig modernes und emanzipiertes Paar. Sicherlich gibt es bestimmte Lebensbereiche, in denen die Geschlechterzuordnung recht konservativ scheint (Vaddi spielt Fußball, Muddi kauft gern Kleider und Schuhe). Aber so ganz grundsätzlich leben wir schon sehr gleichberechtigt. Mein Mann kümmert sich genauso um Haushalt und Kind, wie ich auch Abflüsse repariere und Wasserkisten trage.
Das Würschtl allerdings scheint ein echtes Kind des antifeministischen Backlashs zu sein.
Folgende Szene spielte sich neulich morgens ab.
Wir sitzen alle auf dem Sofa im Esszimmer. Würschtl kuschelt noch mit Papa und ich frage: "Na, Würschtl: Was magst du frühstücken? Ein Brot oder Müsli?"
Das Würschtl überlegt und sagt: "Müsli!"
Ich blicke für ca. 5 Sekunden verliebt auf's Kind und freu mich, dass es schon so groß und verständig ist. Dass es eigenständige Entscheidungen treffen kann. Dass es so niedlich ist, wie es da auf Papas Schoß sitzt.
5 Sekunden. Ehrlich. Keinen Moment länger.
Dann beugt sich das Würschtl vor, zieht die Augenbrauen hoch und befiehlt im genervten Ton: "Geh kochen!"
Würden wir in diesem Haus den Ausdruck "aber zack, zack!" öfter benutzen, hätte es den noch angefügt.

Hab ich sofort die Lockenwickler gerade gerückt, die Schürze umgebunden und bin *zack, zack* an den Herd.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Fernweh

"Mamaaaaa, weißt du? Ich will so gern wieder Uuuhlaub. Weißt du?! Ich will wieder Keta. "
Ich auch, Würschtl. Ich auch.



Mittwoch, 18. September 2013

Freude, schöner Götterfunke

Ich bin ganz sicher: das Würschtl liest hier mit. Einen Tag nach dem letzten Blog-Eintrag hat es komplett die Richtung gewechselt und redet von nix anderem als Babys, die es füttern/ auf dem Schoß halten/ streicheln will. Es akzeptiert weitgehend ohne Murren, dass ich es nicht mehr tragen kann und erkundigt sich interessiert, wann der Doktor das Kind denn nun endlich rausholt. (Wenn DU es wieder losschraubst, Würschtl!)
Nur das mit dem Geschlecht des Babys kann es noch nicht ganz so akzeptieren und so ist es im fröhlichen Wechsel entweder "meine Bluderling" oder "meine Schwesterling". 
Sowieso sind zur Zeit ziemlich viele Menschen "Bluderling" und "Schwesterling". Dabei spielt das biologische Geschlecht eher eine untergeordnete Rolle: kleiner Kumpel aus der Krippe = Schwesterling. Bauarbeiter, der vor der Tür die Straße aufreißt = ebenfalls Schwesterling. Metzgersfrau = na was? Klar, Bluderling. Ich, Papa und Oma = auch alles Bluderlinge. Oder Schwesterlinge. Je nachdem.
Meiner Meinung nach kann das ja eigentlich nur zwei Sachen bedeuten: entweder schlägt die humanistische Erziehung durch ("Alle Menschen werden ... ääähhhh... Bluderlinge") oder aber die Taufe im letzten Jahr zeigt ungeahnte Wirkung. :o

Mittwoch, 11. September 2013

Auf Nummer sicher gehen

Das Würschtl wird ja große Schwester. Ein Umstand, den es ab und an interessiert, meist gleichmütig und oft eher skeptisch aufnimmt.
Bei der Frage, ob es Schwester oder Bruder haben möchte, antwortet es meist sehr ehrlich "Am liebsten eine Micky Maus!"
Beim letzten Vorsorgetermin ließ es sich vom Arzt das Versprechen geben, dass er das Baby noch nicht rausholt.
Anscheinend glaubt es jedoch, dass man sich auf Erwachsene nicht verlassen kann und so kam es heute zu folgender Szene:

Das Würschtl spielt in seinem Zimmer, ich liege währenddessen dekorativ auf dem Boden und werde mit Milchkaffee (= Dose mit Knete), einem Pflaster (= Osteraufkleber) und einer Decke ( = Waschlappen, immerhin trocken) versorgt.
Dann holt das Würschtl den Spielzeugakkuschrauber und schraubt so allerhand fest. Den Stuhl, den Teppich, das Bett.
Irgendwann steht es neben mir, hält den Akkuschrauber an meinen Bauch und erklärt: "Mama, Baby nicht rauskommen. Ich festschrauben."

Na, wenn's denn hilft.

Sonntag, 28. Juli 2013

Zurück in die Vergangenheit

Das Würschtl versucht sich seit einigen Wochen in Zeitrechnung.
Das heißt, alles, was in der Vergangenheit geschah, war "gestern". Egal ob es neulich beim Kumpel zu Besuch war oder vor 5 Minuten der Papa geschimpft hat oder vor 3 Wochen im Kindergarten Geburtstag gefeiert wurde.
Alles, was zukünftig passieren wird, ist "morgart!" (Fragt nicht.) Auch hier völlig nebensächlich, ob man wirklich morgen in den Kindergarten geht oder im Februar Geburtstag hat.
So war es bisher.

Heute machte das Würschtl dann allerdings eine neue Zeitrechnung auf.

Wir sitzen am Frühstückstisch und das Würschtl findet, es müsse auf meinen Schoß und dazu quer über den Tisch klettern.
Ich: "Was wird das denn? Man klettert doch nicht über den Tisch!"
Würschtl: "Doch! Mache ich!"
Ich: "Du? Du bist noch NIE über den Tisch geklettert."
Würschtl: "Doch! Bin ich!"
Ich: "Achso, und wann soll das gewesen sein?"
Würschtl (beiläufig-besserwisserisch): "Vor 5 Jahren."

Achso, na dann: komm rüber.*




*Disclaimer: das Würschtl ist natürlich NICHT über den Tisch geklettert, sondern war von meinem Lachanfall soweit abgelenkt, dass es von seinem Unterfangen Abstand genommen hat.

Montag, 15. Juli 2013

Ey!

Heute nach dem Kindergarten.
Das Würschtl will nicht laufen.

"Mama! Tragen! Arm!"
"Ooooch nööö, Würschtl, ich kann nicht!"
"Walu-humm?"
"Du bist so schwer."
"Großes Mädchen!"
"Ja, genau. Und außerdem bin ich zu schwach."
"Ja. Und ALT!"

WER HAT IHR DAS BEIGEBRACHT?!?!?!?!?

Mittwoch, 1. Mai 2013

Beauty of the Day

An einem Feiertag kann man es sich auch einfach mal gut gehen lassen und ein bisschen mit der besten Freundin 'wellnessen'.